Magellan: Buss Global-Gruppe will Container kaufen

Rechtsanwalt Peter-A. Borchardt, der Insolvenzverwalter von Magellan Maritime Services hat die Verhandlungen über den Verkauf des Magellan-Containerportfolios erfolgreich abgeschlossen. Sofern die deutliche Mehrzahl der Anleger dem Verkauf zustimmt, zahlt die Buss Global-Gruppe aus Singapur einen Kaufpreis von 160 Millionen Euro – zuzüglich einer möglichen Erfolgsbeteiligung von 15 Millionen US-$.

„Die ersten 100 Millionen Euro könnte ich bis Jahresende ausschütten“, sagt Insolvenzverwalter Peter-Alexander Borchardt von der Hamburger Kanzlei Reimer Rechtsanwälte. Der Verkaufspreis plus Erfolgsbeteiligung entspricht in etwa der Hälfte des Gesamtinvestitionsvolumens der Magellan-Anleger von insgesamt rund 350 Millionen Euro.

Die Buss Global-Gruppe ist einer der weltweit größten Investoren in Seecontainer und verwaltet davon mehr als 360.000 Stück. Die Gruppe arbeitet bei Containerinvestments eng mit ihrem Hamburger Schwesterkonzern zusammen, der Buss Capital-Gruppe.

Dem vorliegenden Ergebnis waren monatelange Verhandlungen zwischen Borchardt und sechs potenziellen Käufern vorausgegangen. Dabei profitierte der Insolvenzverwalter von weltweit zuletzt deutlich gestiegenen Preisen für Container sowie höheren Container-Leasingraten. „Dies hat unsere Verhandlungsposition sehr verbessert“ sagt Borchardt. „Jetzt aber auf ein weiteres Anziehen der Preise zu spekulieren und den Verkauf mit völlig ungewissem Ergebnis hinauszuzögern, wäre grob fahrlässig.“ Am Ende habe Buss nicht nur ein attraktives Angebot abgegeben, sondern auch als einziger von allen Interessenten einen soliden Finanzierungsnachweis geliefert. „Der Gläubigerausschuss steht uneingeschränkt hinter dem Verhandlungsergebnis und hat die Vereinbarung einstimmig bestätigt“, sagt Rechtsanwalt Jörn Weitzmann, Sprecher des Magellan-Gläubigerausschusses.

Allerdings setzt die Rechtswirksamkeit des Vertrags noch ein eindeutig positives schriftliches Abstimmungsergebnis unter den Kapitalanlegern voraus. Die Befragung läuft mindestens bis zum 30. Juni 2017. „Buss möchte sicherstellen, dass der Verkauf durch einen breiten Konsens getragen wird“, erläutert Borchardt.

Sollte die Abstimmung hingegen zu keiner eindeutigen Zustimmung führen, wird der Insolvenzverwalter die Container nicht an Buss verkaufen, sondern die bestehenden Mietverträge mit den Reedereien bis zum Ende der Laufzeit fortführen und die Seekisten danach einzeln verkaufen. Die Erlöse aus diesem Abwicklungsszenario betragen nach einer unverbindlichen Prognose 128-178 Millionen Euro. Diese Berechnung hat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte bestätigt.

Für Borchardt würde eine solche Abwicklung in Vergleich zu einem raschen Verkauf jedoch Nachteile für die Anleger bergen. „So würden die ersten Abschlagszahlungen erst im Jahr 2019 fließen. Zudem dürfte sich das Gesamtverfahren noch bis zu neun Jahre hinziehen“, so der Insolvenzverwalter. Hinzu kämen erhebliche finanzielle Unwägbarkeiten, vor allem in Form von schwankenden Devisenkursen, unsicheren Containerverkaufspreisen sowie durch Insolvenzen von Reedereien als Mietvertragspartner. Wie real dieses Risiko ist, hätten beispielsweise die jüngsten Insolvenzen der Großreedereien Rickmers sowie von Hanjin aus Südkorea gezeigt. „Wir empfehlen den Anlegern daher, dem erzielten Verhandlungsergebnis zuzustimmen“, rät Gläubigerausschusssprecher Weitzmann.

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